Bildung darf bei uns kein Luxus werden

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Volkshochschule und Musikschule Badische Bergstraße können zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Diese positive Bilanz zog der 1. Vorsitzende des Vereins, Heiner Bernhard.

Volkshochschule und Musikschule Badische Bergstraße können zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Diese positive Bilanz zog der 1. Vorsitzende des Vereins, Heiner Bernhard, bei der jüngsten Mitgliederversammlung. Was viele nicht wissen: VHS und Musikschule sind ein gemeinsamer eingetragener Verein, getragen von rund 100 Mitgliedern sowie den Kommunen Weinheim, Hemsbach, Hirschberg und Laudenbach. 

Verein zieht positive Jahresbilanz

Trotz dieser insgesamt positiven Jahresbilanz treiben Heiner Bernhard einige Themen nach wie vor die Sorgenfalten auf die Stirn. Wichtigster Punkt ist der Kampf der Volkshochschulen gegen einen Erlass des Bundesfinanzministeriums. Danach sollten alle Kurse, die keinen unmittelbaren beruflichen Bezug haben, mit der Mehrwertsteuer von 19 Prozent belegt werden. „Bildung darf kein Luxus werden!“, sagte Bernhard im Rahmen der Mitgliederversammlung. Wobei die aktuellen Gespräche zwischen dem Volkshochschulverband und dem Finanzministerium Licht am Ende des Tunnels zeigen, dass der umstrittene Erlass doch noch abgewendet werden kann. 

Auch beim Thema Festanstellung von Honorarkräften hängt laut Heiner Bernhard ein weiteres Damoklesschwert über der Volkshochschule. Während die Musikschule den Schritt gegangen ist und ihre Lehrkräfte angestellt hat, sei dies für die VHS keinesfalls darstellbar, betonte er. Es mache keinen Sinn, so Bernhard, eine Kursleitung fest anzustellen, die nur wenige Unterrichtsstunden pro Semester an der VHS leiste. „Bis Ende 2026 haben wir hier jedoch keinen unmittelbaren Handlungsdruck“, sagte er. Es bestehe also die Hoffnung, dass der Gesetzgeber den Punkt „Scheinselbstständigkeit“ noch vernünftig klarstellen werde. 

Entwarnung bei Integrationskursen

Entwarnung signalisierte Bernhard schließlich bei der „Cash Cow“ Deutsch- und Integrationskurse. Hier hatte der Bund die Gelder, um die Kurse durchführen zu können, zunächst bis Ende Juni begrenzt. „Das hat unsere Planungen erschwert und auch dazu geführt, dass nicht alle Kurse stattfinden konnten“, führte er aus. Aktuell kann das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) allerdings wieder über ausreichend Mittel verfügen. Gegenüber 2024 seien sie sogar noch aufgestockt worden. 

Von der Versammlung mit Beifall belohnt wurden im Anschluss die ausführlichen Berichte der Leitungen von VHS und Musikschule, Dr. Cristina Ricca und Florian Hofmann. Der Vorstand wurde nach dem Bericht der Rechnungsprüfer auf Antrag der ehemaligen VHS-Vorsitzenden Erika Heuser einstimmig entlastet. 

Neuwahlen des Vorstands

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurden Gudrun Aisenbrey, Heiner Bernhard, German Braun, Rolf Emenlauer, Prof. Dr. Rudolf Large, Wolfgang Metzeltin, Dr. Thomas Ott und Anette Roland in das Gremium gewählt. Für die ausscheidende Monika Beisiegel rückt Bernd Hauptfleisch in den Vorstand nach. Der Punkt Satzungsänderungen musste von der Tagesordnung genommen werden, weil das erforderliche Quorum von 2/3 der Mitglieder an diesem Abend nicht erreicht wurde. Dieser Punkt soll nun in einer weiteren Mitgliederversammlung am 28. August behandelt werden. 

Vorsitzender Heiner Bernhard lud die Mitglieder zum Abschluss der Versammlung zum dann 80-jährigen Jubiläum des Vereins ein. Die Feierlichkeiten, die wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden, finden am 18. April 2026 in der Stadthalle statt.