Wie sieht ein Land aus, das für viele Menschen weit entfernt scheint und doch seit Jahrhunderten Europa mit Asien verbindet? Auf Einladung eines Reiseveranstalters begab sich die Leiterin der Volkshochschule Badische Bergstraße, Dr. Cristina Ricca, zu einer Studienreise nach Usbekistan. Ihr Ziel: einen verlässlichen Partner für künftige Bildungsreisen zu finden und gleichzeitig selbst zu erleben, wie sich ein Land zwischen Tradition, Moderne und geopolitischer Bedeutung präsentiert.
Eine Sehnsuchtsroute seit Marco Polo
Schon in ihrer Kindheit hatte Dr. Ricca über die alte Seidenstraße gelesen, über Karawanenstädte, Märkte und die legendären Handelsrouten. Doch wie sieht Usbekistan heute aus – kulturell, politisch, gesellschaftlich? Die Studienreise wurde zu einer Gelegenheit, diese Fragen aus erster Hand zu beantworten. Zur gleichen Zeit fand in Samarkand die 43. UNESCO-Generalkonferenz statt, die erste seit fast 40 Jahren außerhalb des Hauptsitzes in Paris. Vertreter aller Mitgliedsstaaten diskutierten über die zukünftige Ausrichtung in Bildung, Wissenschaft und Kultur. Auch kulturell befand sich Usbekistan im Fokus: Die neu gegründete Buchara-Biennale vereinte über 200 Künstlerinnen und Künstler aus 40 Ländern und bot eine beeindruckende Mischung aus zeitgenössischer Kunst, traditionellem Handwerk und kulturellen Programmen.
Ein Land im Aufbruch
Usbekistan präsentierte sich Dr. Ricca als junges Land mit großem Potenzial. Die Alphabetisierungsrate liegt bei nur etwa einem Prozent Analphabetismus – ein bemerkenswert niedriger Wert. Das Land verfügt über bedeutende Bodenschätze wie Erdgas, Gold, Uran und Kupfer, deren Erschließung international zunehmend Beachtung findet. Gleichzeitig verfolgt Usbekistan nach der Unabhängigkeit 1991 den Weg, eine eigene Identität zu stärken und neue außenpolitische und wirtschaftliche Partnerschaften aufzubauen, darunter das europäische Projekt „Global Gateway“.
Begegnungen entlang der Seidenstraße
Die Reise führte durch die historischen Städte Chiwa, Buchara und Samarkand sowie in die Hauptstadt Taschkent. In Samarkand war Dr. Ricca zu Gast bei einer Familie, die für die Reisegruppe das traditionelle Nationalgericht Plov zubereitete. Von dort aus ging es weiter in die Bergregionen nahe der Grenze zu Afghanistan und zu den Ausläufern des Himalayas, wo sie mit Bauern Tee trank und mariniertes Lammfleisch probierte – Begegnungen, die einen tiefen Einblick in den Alltag und die Gastfreundschaft des Landes boten. In Taschkent besuchte Dr. Ricca das Büro von DVV International und tauschte sich mit der Kollegin Tatyana Zaichenko über die Entwicklung der Volkshochschularbeit in Usbekistan aus. Dieses Treffen zeigte eindrucksvoll, wie internationale Bildungsarbeit dazu beitragen kann, Strukturen zu stärken und Menschen miteinander zu verbinden.
Ausblick: Eine VHS-Bildungsreise entsteht
Die vielfältigen Eindrücke und Begegnungen dieser Reise haben den Wunsch bestärkt, Usbekistan auch Teilnehmenden der VHS zugänglich zu machen. Im Oktober 2026 plant die VHS daher eine Bildungsreise nach Usbekistan. Dr. Ricca wird diese Reise begleiten und ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen einbringen.






