Das Portrait: Dr. Katja Patzel-Mattern

 

Portrait Dr. Katja Patzel-MatternGeboren 1970 in Ratingen und aufgewachsen in Düsseldorf, bin ich ein Kind des Rheinlandes. Ich gehe gern unter Menschen, liebe das Gespräch mit anderen und intellektuellen Austausch. Nach einem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik in Münster und Barcelona brachte mich mein Berufsstart nach Mannheim – endlich wieder zurück an den Fluss. Hier will ich bleiben. Ich bin verheiratet und lebe heute mit meinem Mann und meinen zwei Kindern in Hohensachsen. Das Familienleben verbinde ich mit wissenschaftlicher Arbeit für eine Habilitation. Vor allem aber unterrichte ich an den Volkshochschulen der Region. Hier begegne ich Menschen mit großer Offenheit und viel Freude an Bildung – eine Zusammenarbeit, die ich genieße!

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Das Inteview

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Frau Dr. Patzel-Mattern, Sie haben Geschichte studiert und sind zurzeit dabei, sich zu habilitieren. Welches waren die Gründe für Ihre Studienwahl?

Patzel-Mattern

Ursprünglich wollte ich Journalistin werden und wählte den Weg über die Kommunikationswissenschaften. Bald wurde mir klar, dass ein Geschichtsstudium meiner heimlichen Leidenschaft entsprach, auch wenn es kein „Brotstudium” ist. Schon in der Schule hatte ich mich besonders mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt.

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1994 haben Sie das Magisterexamen zum Thema „Die Abtreibungsfrage in der Weimarer Republik” abgelegt, 1998 über „Geschichte im Zeichen der Erinnerung” promoviert, Ihre Habilitation handelt von „Arbeiterfähigkeiten und  Unternehmensrentabilität. Eine Analyse der industriellen Psychotechnik in der Weimarer Republik.”

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Was ist der Grund für diese unterschiedliche Themenwahl?

Patzel-Mattern

Es gibt verschiedene Gründe: Der wichtigste ist mein breites Interesse. Die Geschichte ist so vielfältig. Überall gibt es Spannendes, Neues zu entdecken. Da kann ich mich nicht nur auf ein oder zwei Themen beschränken. Außerdem liebe ich die Abwechslung – oder, wie der Maler und Schriftsteller Picabia sagt: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.”

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Seit 1994 sammeln Sie unterschiedliche Lehrerfahrungen, u.a. als wissenschaftliche Referentin beim Cusanuswerk in der Begabtenförderung. Was ist für Sie das Besondere des Unterrichtens an der Volkshochschule?

Patzel-Mattern

Es gefällt mir sehr, mit Menschen zu arbeiten, die Spaß an Bildung haben und deshalb hochinteressiert und -motiviert sind. Außerdem ist es spannend, die Vielfalt der Persönlichkeiten in den Gruppen, z.B. beim autobiographischen Schreiben, zu erleben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ganz unterschiedliche Berufs- und Bildungsbiographien und machen auf diese Weise jeden Kurs zu einem individuellen Erlebnis.

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Apropos „Autobiographisches Schreiben”: Was hat Sie zu diesem Angebot veranlasst?

Patzel-Mattern

Ich habe selbst schon Geschichten geschrieben und mich so mit der handwerklichen Seite des Schreibens auseinandergesetzt. Mein Promotionsthema „Geschichte im Zeichen der Erinnerung” war ein weiterer Grund, Menschen beim Niederschreiben ihrer Biographie zu unterstützen.

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Sie verbinden in Ihrem Vortragsangebot vielfältige Themen, von Brecht bis Barcelona, Frauenleben in Ost und West, Sciencefiction und vieles mehr. Gibt es ein Thema, das Ihnen besonders nahe ist?

Patzel-Mattern

Nur was mich bewegt, kann ich mit Freude vermitteln. Und diese Freude an den Inhalten ist mir wichtig. Deshalb sind mir alle Themen, die ich anbiete, nahe – wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. So beispielsweise Barcelona. Ich habe zehn Monate dort studiert und mich bei diesem Aufenthalt in die Stadt verliebt. Oder die Frauen- und Geschlechtergeschichte. Es ist ungemein spannend, zu sehen, wie die Lebensumstände von Frauen und Männern zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen politischen Systemen waren. Der Blick in die Vergangenheit lässt mich die Chancen und Begrenzungen meiner Zeit in einem anderen Licht sehen.

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Sie sind Mutter von zwei Kindern, einem Sohn (geb. 2001) und einer Tochter (geb. 2003). Welche Überlegungen, vielleicht sogar Prinzipien leiten Sie und Ihren Mann bei der Erziehung?

Patzel-Mattern

Es ist – scheinbar – ganz banal: Die Kinder brauchen Freiheit und sie brauchen Grenzen; allerdings brauchen auch wir Eltern Freiheit und Grenzen. Im Alltag ist der Ausgleich zwischen den beiden Zielen bisweilen nicht ganz einfach …

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Wie schaffen Sie es, Beruf und Familie zu verbinden?

Patzel-Mattern

Die Antwort scheint wieder ganz einfach zu sein: Zeitmanagement, oder altmodischer formuliert, Zeitdisziplin. Und die Unterstützung meines Mannes, nicht nur im Haushalt, sondern vor allem in der Familie. Ab März wird das wieder ganz besonders wichtig. Unterstützt durch ein Stipendium werde ich meine Habilitation fertig stellen. Das heißt, von morgens sieben bis zwei Uhr mittags und abends nach 20 Uhr sitze ich am Rechner.

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Bleibt noch Zeit für Hobbies?

Patzel-Mattern

Im Moment und in den nächsten Monaten bleibt nicht viel Zeit zum Lesen von Romanen und Gedichten und für Reisen mit unserem Wohnmobil, in dem wir bereits Westafrika durchquert haben; aber Schwimmen und Gymnastik sind für mich ein wichtiger Ausgleich, ebenso wie das Klavierspielen.

vhs

Vielen Dank für das Interview.

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